VKV Museum

Entdecke historische VKV-Kajaks – Design, Handwerk und Geschwindigkeit im Wandel der Jahrzehnte.

VKV Kvick Special (1930er)

VKV Kvick Special ging in den 1930er-Jahren in Produktion – als schnelle, agile Trainings- und Fitnesskajak. Typisch für die Zeit: Fichten-Spanten, mit Gewebe beplankt und lackiert – leicht, aber robust. Die schmale Breite und das lebhafte Fahrgefühl machten die Kvick Special zur Favoritin ambitionierter Paddler. Heute wird sie als historisches Fitnesskajak gefahren oder als Sammlerstück gepflegt – ein Stück der frühen VKV-Designgeschichte.

Anita K2 - Die Königin

Anita K2 entstand aus dem Vorgänger Sländan und entwickelte sich rasch zu einem vielseitigen, seetüchtigen Zweier. Verzeihender Rumpf fürs Touren, zugleich effizient auf Strecke – ideal auch für Expeditionen und Fotografie. Anita K2 erwarb sich einen Ruf weit über Schweden hinaus; u. a. setzte National Geographic das Modell bei Unternehmungen ein, wo Zuverlässigkeit und Zuladung ebenso wichtig waren wie Tempo. Stabilität, Gleitvermögen und klassisches VKV-Handwerk machten ihn zum langlebigen Favoriten.

VKV Kvick Special 1

Kvick Special 1 war eine reinrassige Rennkajak, mit der VKV vor dem Krieg und in den Nachkriegsjahren neue Maßstäbe bei Geschwindigkeit, Steifigkeit und Gewicht setzte. Sehr schlanke Wasserlinie, leichte Holz-/Gewebe-Konstruktion – optimiert für Antritt und gleichmäßiges Renntempo. Die Kvick Special 1 markiert einen wichtigen Schritt von klassischer Holzbauweise hin zu verfeinerten Serien-Rennkajaks, die VKV für die Verbindung aus Handwerk, Einfachheit und Leistung bekannt machten.

Anita K1 - Die Prinzessin

Kurz nach dem Start der Anita K2 brachte VKV die Einsitzer-Variante Anita K1. Sie übertrug die Touren-DNA des K2 in eine reaktionsfreudige Solokajak mit ausgewogenem Primär- und Sekundärstabilitätsgefühl. Genug Rocker für Welle, ein Rumpf für Tagesfahrten und lange Touren – Anita K1 wurde ein äußerst beliebter Allrounder. Bis heute schätzen viele Paddler die Mischung aus klassischem VKV-Feeling, berechenbarem Handling und Langstrecken-Komfort.

VKV 40 – Die Sensationskajak von 1940

VKV 40 wurde 1940 als eine der erfolgreichsten Konstruktionen von Vituddens Kanotvarv vorgestellt. Sie feierte ihr Debüt bei den Schwedischen Meisterschaften in Kristinehamn und wurde dort begeistert aufgenommen. Schon bald nannte man sie „die Erfolgs-Kajak“.

Die VKV 40 besaß einen geraderen Kiel als frühere Modelle und einen leicht volleren Mittelrumpf, wodurch sie sowohl schnell als auch wendig war. Sie wurde aus afrikanischem Mahagoni gefertigt, sorgfältig geölt und lackiert, was ihr Festigkeit und Glanz verlieh. Auf Wunsch war sie mit handgefertigten Paddeln und Spritzdecke erhältlich.

Die VKV 40 wurde rasch zu einem Symbol für Anker Carlssons Fähigkeit, Geschwindigkeit, Stabilität und Handwerkskunst in Einklang zu bringen.

Originalprospekt von 1940 ansehen

VKV 42 – das experiment (1942)

VKV 42 war genau genommen ein Experiment – die Bezeichnung ist daher nicht völlig unumstritten. Die Idee entstand 1942: Anker ließ sich von den Schwimmern amerikanischer Wasserflugzeuge inspirieren, die er während des Krieges auf dem Vierwaldstättersee (Luzern) beobachtet hatte, und wollte formgepresstes Furnier für Kajaks erproben.

Erstmals wurde Furnier mit Stahlbändern über eine Form gespannt. Der Versuch misslang: Risse, Teil-Delamination – das Boot wurde nicht vollendet und wanderte auf den Dachboden der Werft, wo Kåre 2020 das „Wrack“ entdeckte.

Das Design war gewagt und erinnert an Schärenkreuzer. Laut Ingvar war Anker mit dem Konstrukteur Tore Holm (Gamleby) befreundet – die Verwandtschaft der Linien ist unverkennbar: gemacht für Tempo in kabbeliger See. Die VKV 42 war ihrer Zeit voraus, zugleich zu kippelig selbst für damalige Elitepaddler, und ging daher nie in Serie. Sie diente stattdessen als Vorbild für VKV 43 und VKV 45 mit ähnlicher Form, aber breiterer Wasserlinie.

Auch die Rennkultur veränderte sich: weg von Langstrecken auf offenem Wasser, hin zu bahnorientiertem Flachwasser – mit Fokus auf Höchstgeschwindigkeit statt Seegängigkeit.

Wiederbelebung: Für Wasserversuche erhielt der Rumpf außen Glasfaser und PU-Lack, innen Kohlefaserverstärkungen. Ein modernes, extra großes Stahlruder, ein Kohlefasersitz und Pedale wurden montiert. Das Baumwolldeck wurde mit Aluminiumfarbe lackiert – laut Anker die beste Wahl für bespannte Flächen und vermutlich ähnlich der Beschichtung von Zeppelinen: haltbar und lichtreflektierend.

Auf dem Wasser bestätigte ein Test mit dem bekannten Rennkanuten Calle Sundkvist die VKV 42 als eine von Ankers vollständigsten Linien für schnelles, leichtes Vorankommen selbst in ruppiger See – ein kleines Meisterstück trotz missglückten Ursprungs. Kurz darauf setzte sich autoklavgeformtes Furnier durch und prägte die weitere VKV-Entwicklung.

VKV 45 - Der Durchbruch

1943 startete VKV die Produktion der Rennkajak VKV 45 – eine der ersten in Serie gefertigten Kajaks aus gepresstem Mahagoni. Die Presstechnik bot ein hervorragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht und erlaubte zugleich engere Toleranzen von Boot zu Boot. VKV 45 wurde zum Meilenstein auf dem Weg von Einzelbauten hin zur echten Serienfertigung – mit Präzision, Tempo und Haltbarkeit, die die Rennkajak-Herstellung prägten.

Kå Ett 45 – Die Einheitsklasse

Kå Ett 45 wurde in den 1940er–50er-Jahren von Otton Von Svoll entworfen und vor der Serienfertigung von Anker leicht überarbeitet.

Gedacht war sie als Einheitsklasse für Vereine – auf Anregung des Kanuverbands –, damit mehrere Werften denselben Rumpf für faire Regatten bauen konnten. Tatsächlich wurde die unveränderte Form vor allem bei VKV gefertigt.

Viele Exemplare wurden als Bausatz angeboten, wahlweise mit oder ohne Deck und auf Wunsch mit Gewebebespannung.

Die Kajak ist relativ stabil und eine hervorragende Fitness-Kajak. Ihre Linien bildeten zudem die Grundlage für die spätere „Kåre“ (Einführung 1968).

VKV 46 – Die Touristenkanu

VKV 46 entstand kurz vor 1946, das genaue Jahr ist jedoch ungewiss. Das Modell wurde auch „Touristenkanu“ genannt – ein Begriff, dessen Bedeutung sich im Laufe der Zeit verändert hat. Früher konnten auch kleine Segelboote als Kanus gelten, während man heute meist offene Kanadier damit meint.

Die VKV 46 wurde früh als stabilere Alternative zu den Rennkajaks entwickelt, gedacht für Touren- und Freizeitpaddeln. Wie andere VKV-Modelle wurde sie als Fertigboot, Halbfabrikat oder Bausatz angeboten. Viele Boote erhielten ein Skeg anstelle eines Ruders. Möglicherweise bezeichnete „Touristenkanu“ die Skeg-Variante, während VKV 46 die Ruder-Version meinte.

Im Kern ist die 46 eine abgehobelte Anita K1 – also eine flachere Anita mit geringerer Zuladung. Anker selbst nutzte eine 46 als Trainingskajak, und genau dieses Boot war das erste mit Holzdeck anstelle der üblichen Bespannung.

Anker hielt Holzdecks zunächst für zu schwer und vertraute auf Stoffbespannung. Während eines Urlaubs in Italien versah Ingvar seine Kajak heimlich mit einem Holzdeck – das Ergebnis war so überzeugend, dass alle späteren Modelle ebenfalls so gebaut wurden.

VKV 46 ist bis heute ein ausgezeichneter Tages-Tourenkajak mit guten Seeeigenschaften und überraschend hoher Geschwindigkeit im Vergleich zu modernen Seekajaks – zudem deutlich leichter. Eine sehr gelungene Konstruktion, die Anker selbst bevorzugte – das wohl beste Lob überhaupt.

Visa originalbroschyren från 1946

VKV 48 - Der Klassiker

Auf den Erfolg der VKV 45 folgte die von Nils Anker verfeinerte VKV 48. Ziel: mehr Geschwindigkeit in einem breiteren Einsatzspektrum, ohne das lebendige, direkte Gefühl der 45 zu verlieren. Überarbeitete Linien und ein sorgfältig abgestimmter Pressholz-Aufbau machten die 48 zum nächsten Schritt in VKVs wachsender Meisterschaft des geformten Mahagoni – und führten das Erbe einer der erfolgreichsten VKV-Rennserien fort.

Visa originalbroschyren från 1948

VKV K2 52 - Der Zweier

VKV K2 52 steht für eine frühe Generation schneller VKV-Zweier, entwickelt, als Rennen und Training im K2 immer wettbewerbsintensiver wurden. Schlanke Eintrittslinie, sauberer Lauf, gleichmäßiges Gleiten für eingespielte Crews. Mit großer Sorgfalt in Holz gebaut, legte der K2 52 die Basis für spätere Zweier: verfeinerte Steifigkeit und Gewicht ohne Einbußen bei der Stabilität – Eigenschaften, die VKV-Tandems auf Trainingsstrecken und Regattabahnen auszeichneten.

VKV 58 – Seiner Zeit voraus

VKV 58 kam 1958 auf den Markt, wurde jedoch leider kein Erfolg – nur acht Exemplare entstanden, bevor das Projekt eingestellt wurde, vor allem weil das Konzept seiner Zeit voraus war.

Der Rumpf ist extrem spindelförmig und darauf ausgelegt, bei höheren Geschwindigkeiten anzugleiten. Das funktioniert am besten bei etwa 10 Knoten, während die Leistung bei geringeren Geschwindigkeiten nachlässt. In den 1950er-Jahren waren die Paradestrecken 10.000 m und 1.000 m, sodass das Design sein Potenzial nicht ausspielen konnte.

Heutzutage sind kürzere Sprintdistanzen von 200 m und 500 m verbreitet; mit einer Überarbeitung – insbesondere des breiten Paddel-Einsatzes, der heute für moderne Kanuten als zu breit gilt – hätte die VKV 58 vermutlich besser gepasst.

So oder so ist es erfreulich, dass ein Exemplar erhalten ist – fahrbar und wegen seiner eleganten Linien bewundernswert.

VKV 68 - Der Übergang

Während VKV parallel erste Kunststoffe testete, lief die Fertigung geformter Holz-Rennkajaks weiter. VKV 68 steht für diesen Übergang: eine feine, effiziente Rumpfform der gereiften Holz-Ära, während das Unternehmen Glasfaser- und Harztechnologien für die Zukunft erprobte. Die 68 markiert die Kreuzung zweier Material-Generationen und zeigt VKVs Antrieb, Rennleistung hochzuhalten und zugleich Holz- und Verbundmodelle der nächsten Generation zu entwickeln.

VKV 100 - Der Star

Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1964 in Tokio entstand unter Ingvar die Spitzen-Rennkajak VKV 100. Das Modell trieb die Mahagoni-Presstechnik an die Grenzen dessen, was Regelwerk und Materialien damals zuließen – mit höchster Formkontrolle und Steifigkeit für elitetaugliche Geschwindigkeit. Kurz darauf veränderten neue Epoxy-Regeln die Szene, und VKV fuhr den Holz-Rennbau zurück. Die VKV 100 bleibt ein Markstein – der Höhepunkt von VKVs hölzernem Rennhandwerk, just bevor die Verbund-Ära übernahm.

VKV Kåre – Vom Vereinsboot zur Expeditionsikone

VKV Kåre entstand aus der Kå Ett 45: Diese diente 1968 als Urform; abgerundete Ecken erleichterten die GFK-Fertigung. Es war VKVs erstes echtes Fiberglas-Modell (abgesehen von einem früheren Versuch mit einer VKV 68a mit GFK-Boden). Der markante Frontgriff – eine Idee von Britt-Marie, Ingvars Frau – sorgt für sofortige Wiedererkennung.

Kåre war als Jugend- und Einsteigerkajak für Vereine gedacht: robust, preiswert und unempfindlich, als Holzboote noch mehr Pflege verlangten. Viele frühe Exemplare aus den 1970ern verrichten in Vereinen bis heute Dienst – oft in Bonbon-Farben, mit Holzsitz und Stangensteuerung.

Die ersten Boote waren rot und mit Skeg ausgerüstet. Davon entstanden nur wenige: Die erste Form besaß einen viereckigen Kiel mit eingelegter Aluminiumschiene, was die Produktion erschwerte. Bald folgten neue Formen und ein Ruder ersetzte das Skeg.

Der Name Kåre wurde auch zum Personennamen: Kåre (Jg. 1969) machte seine ersten Paddelschläge in einer Kåre und fährt sie bis heute gern.

In jüngerer Zeit wurde Kåre komplett aktualisiert: Außenform wie früher, doch Steuerung, Luken und Durchführungen für Sicherheitsausrüstung sind neu. Aus dem günstigen Vereinsboot wurde ein Tages- und Expeditionskajak für leichtere/kleinere Paddler.

Bei Wind und im Winter überzeugt Kåre mit Sicherheit: Sie liegt tief und bietet dem Wind wenig Angriffsfläche. Ingvar (87) paddelt heute fast nur noch Kåre – ein schönes Lob für ein zeitloses Design.

VKV 101 – Der zeitlose Club-Favorit

VKV 101 ist die Kunststoff-Variante der VKV 68. Bei der Entwicklung in den 1970er-Jahren diente die VKV 68a als Form. Die Ecken wurden abgerundet, damit sich der Rumpf leichter aus der Form lösen ließ, ansonsten blieb der Charakter erhalten, der die 68 bereits in vielen Vereinen beliebt gemacht hatte.

Das Ergebnis war ein voller Erfolg – VKV 101 wurde in ganz Schweden in großer Zahl verkauft. Sie ist ein schneller Fitness-Kajak für leichtere Paddler und hat auch bei Langstreckenrennen gute Ergebnisse gezeigt, besonders für jene, die etwas mehr Stabilität bevorzugen.

Viele Jugendliche übten mit der 101 das Gleichgewicht, bevor sie auf schmalere Rennkajaks umstiegen, und selbst Spitzenkanuten greifen im kalten Wasser gern zur 101, um sicherer trainieren zu können.

Wie viele Modelle von VKV ist auch die VKV 101 zeitlos – ein Beweis für beständiges Design und hervorragendes Fahrgefühl.

VKV 102 – Das GFK-Erbe der 100a

VKV 102 ist die GFK-Variante der VKV 100a – dem VKV-Flaggschiff der 1960er und bis weit in die 1970er Jahre. Sie wurde parallel zur VKV 100 gebaut, als günstigere Version mit ähnlicher Leistungsfähigkeit, und war in Vereinen und im Jugendbereich weit verbreitet – dort, wo Holzboote mehr Pflege erforderten.

Basis war eine VKV 100a für Rolf Petersson, deren Vorschiff etwas kantiger gestaltet wurde, um die Wasserlinie bis an die Klassen-Grenze zu verlängern. Rolf nannte sein Boot VKV 1000 – ein Name, der hängen blieb.

Die Sitzluke (Schwerpunkt) wurde gegenüber der 100a leicht nach vorn verlegt. Ausgangspunkt war die 100a-Version für 60–80 kg, die an den Übergängen zwischen Freibord und Deck abgehobelt wurde, damit sich der Rumpf leichter aus der Form lösen konnte.

Damit lief die Kajak kursstabiler und harmonierte früh mit Flügelpaddeln. Mit traditionellem Blatt und in Welle wirkt sie spurtreuer und surft etwas weniger als die 100a; auf Flachwasser bleibt die VKV 102 dennoch ein sehr schneller Fitness-Kajak.

Anita K2 Composite – die Königin im Verbundbau

Anita K2 Composite ist die aktuelle GFK/Composite-Version der legendären VKV-Zweierkajak. Der Rumpf folgt den bewährten Anita-K2-Linien – bekannt für Tragfähigkeit, Spurtreue und lebendiges Fahrgefühl – wird jedoch in modernen Verbundmaterialien gebaut, mit hoher Haltbarkeit und minimalem Pflegeaufwand.

Das großzügige Volumen macht Anita K2 Composite ideal für Langtouren, Expeditionen und Familienpaddeln. Zwei Paddler plus Gepäck werden aufgenommen, ohne dass Lauf und Gleitvermögen leiden; das ruhige Bewegungsmuster vermittelt Sicherheit selbst bei rauerer See. Die Kombination aus Tempo, Stabilität und Zuladung hat Anita K2 zur Referenz unter Touren-Zweiern gemacht.

Wer zu zweit in einem Kajak unterwegs sein möchte – mit Komfort, klaren Sicherheitsreserven und klassischem VKV-Gleiten –, findet in Anita K2 Composite die passende Begleiterin: eine zeitlose Tourenkönigin aus modernen Verbundstoffen.

Anita K1 Composite – Klassiker als moderner Solotourer

Anita K1 Composite überträgt die Linien der klassischen Anita K1 in einen modernen Verbundrumpf. Rumpf und Deck werden in GFK/Composite gebaut – mit geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und langer Lebensdauer.

Der Rumpf bietet eine seltene Balance aus Primär- und Sekundärstabilität: vertrauenerweckend in Schärenwelle, zugleich mit schlanker Wasserlinie für zügiges Dauerreisetempo. Volumen und Trimm sind für Tagesfahrten ebenso wie für mehrtägige Touren mit Gepäck ausgelegt.

Anita K1 Composite richtet sich an erfahrene Paddler, die ein reaktionsfreudiges, persönliches Kajak mit direktem Wassergefühl suchen – schnell genug fürs Training, zugleich gutmütig und berechenbar, wenn das Wetter rauer wird. Klassisches VKV-Design trifft moderne Verbundtechnik in einem Boot, das für viele aktive Jahre gebaut ist.

Yoo-A-Kim – Das geniale Familienkajak

Yoo-A-Kim entstand während einer Paddeltour im Schärengarten von S:t Anna, als Ingvar und Kåre Ankervik mit der Familien-Anita K3 – dem dreisitzigen VKV-Kajak – unterwegs waren. Kåre saß vorn, Ingvar hinten, die Ausrüstung dazwischen. Für Familienpaddeln erwies sich dieses Layout als ideal – kein Paddelkontakt wie bei vielen klassischen K2. Auf der Tour bemerkte Ingvar zudem eine Gruppe von Kanadiern in der Fahrtrinne – der unmittelbare Funke zur Entwicklung von Yoo-A-Kim.

Das Modell wurde 1983 gebaut und gilt als eine der genialsten Konstruktionen von Ingvar Ankervik. Es entstand nahezu vollständig aus dem Nichts und hat kaum echte Pendants auf dem Markt. In vieler Hinsicht schlägt Yoo-A-Kim eine Brücke zwischen Kajak und Kanadier – jedoch mit der Effizienz und dem Handling eines gedeckten Seekajaks.

Die Bordwände beherbergen Auftriebstanks, die den Rumpf in alle Richtungen stark versteifen. Sie sind so stabil, dass man auf den Süllrändern der Mittelsitzbrunnen stehen kann, ohne dass der Rumpf nachgibt. Die Tanks zentrieren zudem eindringendes Wasser, sodass es nicht zu den Seiten schwappt – ein häufiges Problem offener Boote. Jeder Tank fasst etwa 80 Liter Luft, zusammen rund 160 Liter Auftrieb – das Kajak ist praktisch unsinkbar. Die Sitze sind direkt an den Tanks befestigt, was eine hohe, bequeme Sitzposition ergibt. Trotz der Höhe bleibt Yoo-A-Kim dank großer Breite und Volumen im Vorschiff sehr stabil – entscheidend, wenn die Paddler weit auseinander sitzen und schwere Ausrüstung zwischen ihnen liegt.

Während viele K2 lediglich vergrößerte Einer sind – mit zu niedriger Sitzposition –, ist Yoo-A-Kim eine eigenständige Konstruktion. Man kann ihn als gedeckten Kanadier beschreiben – dennoch mehr Kajak als Kanadier, da er am effizientesten mit Doppelpaddel und Steuer gefahren wird. Das Steuersystem ist ungewöhnlich gut abgestimmt; damals waren Ruder an langen, geraden Rümpfen oft zu klein oder zu schwach, doch Yoo-A-Kim reagiert präzise und sicher bei jedem Wetter.

Das Modell gilt als einziges in Schweden vom Seeschifffahrtsamt genehmigtes Kajak. Unter den Auflagen waren wasserdichte Schotten, die nicht durch Luken perforiert werden durften – ein Detail, das das Sicherheitsniveau der Konstruktion unterstreicht. Schwere Zwischenfälle sind nicht bekannt; an Land macht sich das robuste Gewicht von etwa 45 kg bemerkbar, auf dem Wasser wirkt Yoo-A-Kim jedoch leichtgängig, stabil und vertrauenerweckend.

Der Name Yoo-A-Kim setzt sich aus Yoo und Kim zusammen – den Geschwistern von Kåre Ankervik. Yoo verstarb leider viel zu früh; das Kajak wurde zu einer warmen Würdigung beider. Kåre hatte bereits ein Namensmodell, VKV Kåre; mit Yoo-A-Kim wurde die Balance zwischen den Geschwistern vollständig. Anders als beim früheren Kajak gaben hier die Kinder dem Boot ihren Namen – nicht umgekehrt.

Yoo-A-Kim war in der Vermietung und auf Expeditionen im Einsatz: auf Grönland, Spitzbergen, in der Biskaya, über die Ostsee und sogar rund um Schweden – lange bevor die Herausforderung Havspaddlarnas Blå Band existierte. Zudem entstanden Varianten mit Segel, Hilfsmotor und sogar als sehr effizientes Ruderboot.

Auch Einheiten der schwedischen Streitkräfte nutzten Yoo-A-Kim. Die Küstenartillerie setzte das Modell zur Jagd auf Kampfschwimmer ein – teils mit Hunden in der Mittelsitzbrunnen – und die Küstenjäger zeigten Interesse an einer Spezialversion, die jedoch nie realisiert wurde. Anfang der 1990er-Jahre versuchten zudem militärische Akteure, das Modell im Zusammenhang mit dem Golfkrieg zu beschaffen; zu einer Lieferung kam es nicht.

Viele Kinder, Hunde und Abenteurer unternahmen ihre ersten Touren in einem YooAKim. Das Modell trug Familien, Expeditionen und Geschichten über Generationen. Wie viele VKV-Kajaks ist die Konstruktion zeitlos, sicher und genial – schwedische Ingenieurskunst, die Fantasie, Funktion und Familie verbindet.

VKV Seagull Élite – Die Sprinterin der See

1992 wurde die erste Seagull zu Wasser gelassen – anfangs schlicht „Måsen/Die Möwe“ genannt. Parallel dazu wurde ein Trend zu ruderlosen, eher „harten“ Seekajaks aggressiv vermarktet. VKV galt manchen als überholt; Anforderungen wie wasserdichte Schotten/Luken und Rollfähigkeit wurden genutzt, um unsere Boote abzuqualifizieren. Anstatt endlos zu diskutieren, wählte Ingvar einen anderen Weg: das Seekajak zu bauen, das er selbst paddeln wollte – effizient, seegängig und wirklich schnell.

Gleichzeitig trug Ingvar privat und beruflich viel: drei Kinder (darunter ein fordernder Kåre), zwei Enkel, zwei ältere Eltern sowie ein weites Umfeld aus Mitarbeitenden, Kunden und Händlern. Ein Buch mit dem Titel Seagull – über Freiheit und Flug – wurde zum Atemraum und Funken: die Vision eines Seekajaks, das viele Paddler tatsächlich suchten. Erfahrene Kanuten mit Rennsport-Hintergrund empfanden ähnlich und waren müde von schweren, trägen Booten ohne Ruder.

Seagull Élite wurde für Tempo und Reichweite gezeichnet: schmalere Wasserlinie, etwas sensiblere Anfangsstabilität, Volumen weit nach achtern geführt und große, praktische Luken mit viel Stauraum. Das Ergebnis war ein Seekajak, das deutlich schneller war als gängige Modelle – Elitepaddler gewannen Langstreckenrennen wie das Arctic Sea Kayak Race und konnten mit der passenden „Maschine“ gegen 9 Knoten drücken. Die Keyhole-Sitzluke ermöglichte Rollen für jene, die es wollten, während das Ruder Systemführung und Kontrolle in rauer See bot.

Es ist offensichtlich, dass spätere Modelle am Markt „Inspiration“ aus der Seagull zogen. Als die Seagull Anfang der 1990er kam, waren Wing-Paddel im Tourenbereich noch selten; der Rumpf wurde daher nicht speziell mit eingezogenen Seiten für diese Technik gestaltet – etwas, das andere Hersteller später betonten. Im Übrigen bleibt die Formensprache so zeitlos wie etwa bei der Lisa: ein Seekajak, das Tempo, Zuladung und Seegangsverhalten auf VKV-Art vereint.

VKV Seagull Offshore – Die Expeditionsgefährtin

VKV Seagull Offshore entstand 1993 aus unserer Seagull-Plattform, die später als VKV Seagull Élite bezeichnet wurde, um die beiden Schwestermodelle zu unterscheiden. Der Name Offshore – „außerhalb der Küste“ – passte besser als das pauschale „See“, denn nur wenige paddeln tatsächlich auf offenem Ozean. Die Debatte darüber, was eine „Seekajak“ sei, war damals heftig – und ist es mancherorts bis heute. Zugleich war die Seagull Élite für Einsteiger zu kippelig und für jene, die schwere, ruderlose und unbequeme Boote meiden wollten.

Offshore erhielt daher ein breiteres Mittelspant/Wasserlinie und mehr Volumen – behielt jedoch die VKV-typische Leichtläufigkeit. Eine Finne kam hinzu, um die Kursstabilität zu erhöhen – sehr geschätzt von Paddlern außerhalb des Rennsportmilieus.

In der Langstrecke hat sich das Modell vielfach bewährt. Ein Blick auf Daten des schwedischen Küstenklassikers Havspaddlarnas Blå Band (HBB) zeigt deutlich: Die Offshore schluckt mehr Gepäck als viele andere Kajaks und gilt als zuverlässig, vertrauenerweckend und hinreichend schnell für lange Tage auf dem Wasser. Zahllose Expeditionen und Abenteuer wurden mit diesem Kajak unternommen; die Berichte aus nah und fern reißen nicht ab. Wie ihre Schwestern ist die Offshore zeitlos – eine verlässliche Begleiterin für große und kleine Unternehmungen, bei denen Zuladung und Seegangsverhalten wirklich zählen.