Yoo-A-Kim entstand während einer Paddeltour im Schärengarten von S:t Anna, als Ingvar und Kåre Ankervik mit der Familien-Anita K3 – dem dreisitzigen VKV-Kajak – unterwegs waren. Kåre saß vorn, Ingvar hinten, die Ausrüstung dazwischen. Für Familienpaddeln erwies sich dieses Layout als ideal – kein Paddelkontakt wie bei vielen klassischen K2. Auf der Tour bemerkte Ingvar zudem eine Gruppe von Kanadiern in der Fahrtrinne – der unmittelbare Funke zur Entwicklung von Yoo-A-Kim.
Das Modell wurde 1983 gebaut und gilt als eine der genialsten Konstruktionen von Ingvar Ankervik. Es entstand nahezu vollständig aus dem Nichts und hat kaum echte Pendants auf dem Markt. In vieler Hinsicht schlägt Yoo-A-Kim eine Brücke zwischen Kajak und Kanadier – jedoch mit der Effizienz und dem Handling eines gedeckten Seekajaks.
Die Bordwände beherbergen Auftriebstanks, die den Rumpf in alle Richtungen stark versteifen. Sie sind so stabil, dass man auf den Süllrändern der Mittelsitzbrunnen stehen kann, ohne dass der Rumpf nachgibt. Die Tanks zentrieren zudem eindringendes Wasser, sodass es nicht zu den Seiten schwappt – ein häufiges Problem offener Boote. Jeder Tank fasst etwa 80 Liter Luft, zusammen rund 160 Liter Auftrieb – das Kajak ist praktisch unsinkbar. Die Sitze sind direkt an den Tanks befestigt, was eine hohe, bequeme Sitzposition ergibt. Trotz der Höhe bleibt Yoo-A-Kim dank großer Breite und Volumen im Vorschiff sehr stabil – entscheidend, wenn die Paddler weit auseinander sitzen und schwere Ausrüstung zwischen ihnen liegt.
Während viele K2 lediglich vergrößerte Einer sind – mit zu niedriger Sitzposition –, ist Yoo-A-Kim eine eigenständige Konstruktion. Man kann ihn als gedeckten Kanadier beschreiben – dennoch mehr Kajak als Kanadier, da er am effizientesten mit Doppelpaddel und Steuer gefahren wird. Das Steuersystem ist ungewöhnlich gut abgestimmt; damals waren Ruder an langen, geraden Rümpfen oft zu klein oder zu schwach, doch Yoo-A-Kim reagiert präzise und sicher bei jedem Wetter.
Das Modell gilt als einziges in Schweden vom Seeschifffahrtsamt genehmigtes Kajak. Unter den Auflagen waren wasserdichte Schotten, die nicht durch Luken perforiert werden durften – ein Detail, das das Sicherheitsniveau der Konstruktion unterstreicht. Schwere Zwischenfälle sind nicht bekannt; an Land macht sich das robuste Gewicht von etwa 45 kg bemerkbar, auf dem Wasser wirkt Yoo-A-Kim jedoch leichtgängig, stabil und vertrauenerweckend.
Der Name Yoo-A-Kim setzt sich aus Yoo und Kim zusammen – den Geschwistern von Kåre Ankervik. Yoo verstarb leider viel zu früh; das Kajak wurde zu einer warmen Würdigung beider. Kåre hatte bereits ein Namensmodell, VKV Kåre; mit Yoo-A-Kim wurde die Balance zwischen den Geschwistern vollständig. Anders als beim früheren Kajak gaben hier die Kinder dem Boot ihren Namen – nicht umgekehrt.
Yoo-A-Kim war in der Vermietung und auf Expeditionen im Einsatz: auf Grönland, Spitzbergen, in der Biskaya, über die Ostsee und sogar rund um Schweden – lange bevor die Herausforderung Havspaddlarnas Blå Band existierte. Zudem entstanden Varianten mit Segel, Hilfsmotor und sogar als sehr effizientes Ruderboot.
Auch Einheiten der schwedischen Streitkräfte nutzten Yoo-A-Kim. Die Küstenartillerie setzte das Modell zur Jagd auf Kampfschwimmer ein – teils mit Hunden in der Mittelsitzbrunnen – und die Küstenjäger zeigten Interesse an einer Spezialversion, die jedoch nie realisiert wurde. Anfang der 1990er-Jahre versuchten zudem militärische Akteure, das Modell im Zusammenhang mit dem Golfkrieg zu beschaffen; zu einer Lieferung kam es nicht.
Viele Kinder, Hunde und Abenteurer unternahmen ihre ersten Touren in einem YooAKim. Das Modell trug Familien, Expeditionen und Geschichten über Generationen. Wie viele VKV-Kajaks ist die Konstruktion zeitlos, sicher und genial – schwedische Ingenieurskunst, die Fantasie, Funktion und Familie verbindet.